Marathon nach Noten bei den "Eifelklängen"

Eine   geglückte Erstaufführung macht ihren erleichterten Initiatoren nicht selten Mut zur Wiederholung. Und vielleicht ist dies  ja der Beginn  einer guten und langen  Tradition:  Vorstand und Mitglieder des Eicherscheider Musikvereins „Eifelklänge“  luden, nach  erfolgreichem Premierenstart vor exakt zehn Jahren, Freitag Abend ihre Mitbürger und zahlreiche auswärtige Gäste erneut zu einem überregional  vielbeachteten „Musik - Marathon“ voller  Überraschungseffekte . In diesem  freundschaftlichen Instrumentalwettbewerb der Rhythmen, Tempi und Töne wurde auch ein gerüttelt Maß an Gaudi im Konzept der Planer nicht  vergessen! Die Festhalle „Tenne“  präsentierte sich  zu diesem Programm der Repertoirevielfalt  buchstäblich voll Musik, weil fest in der Hand von 14 fleißigen  Nordeifeler Blasorchestern und deren Instrumentenpalette. Die zum Gastspiel aufgebotene Personalstärke schwankte zwischen 25 und 45 Mitwirkenden. Der Monschau – Marathon inmitten  traumhaft schöner Eifeler Naturkulissen und der Musik – Ausdauerexpress mit  Indoor – Charme haben untrennbare Gemeinsamkeiten. Beide Veranstaltungen fordern von Akteuren – Sportlern wie Spielleuten – ein Höchstmaß an Können, Konzentration und langem Atem, zugleich aber müssen die Aktiven mit Freude bei der Sache sein, soll der Funke ihrer Begeisterung auf ihre Zuschauer  oder  Zuhörer überspringen. Ein Maximum an Leistung wird  von den Solisten mit einem  Lächeln scheinbarer  Leichtigkeit dargeboten.

In der originellen Freitags – Präsentation   vom Format XXL, dabei doch kurzweilig – kreativ und  die Sinne wie  Reaktionsvermögen des  Auditoriums erfrischend fesselnd, spielte der Humor folglich keine Nebenrolle.  Das Klangerlebnis zehrte  vielmehr von Witz,  Spontaneität und  Ideenreichtum. Da war perfekte Beherrschung aller Register des musischen Arbeitsgerätes nur selbstverständlich.

Dieser spektakuläre  Musik – Marathon bildete erst  den Auftakt einer vielversprechenden Veranstaltungsreihe (wir berichteten). . Sie prägte das vergangene Wochenende, wurde als 58. Musikfest der Städteregion Aachen, in Verbindung mit dem Jubiläum 160 Jahre „Eifelklänge Eicherscheid“, im Geburtsort der Blasmusikanten begangen. . Diese  gaben just zu ihrem Stiftungsfest bekannt, der nachweislich älteste Musikverein in der Städteregion zu sein.

Die Feierlichkeiten wurden von der Sparkasse in Monschau präsentiert und standen unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Städteregionsrates Hans – Josef Hilsenbeck. Rechtzeitig zum für die Nordeifel doppelt bedeutsamen Kulturereignis gaben die ausrichtenden „Eifelklänge“ ein farbiges Informationsblatt heraus. Unter dem Titel „Alter Verein auf neuen Wegen“ erinnert Vorsitzender Jochen Jansen darin an die Gründerjahre der Jubilarin: „Mitte des 19. Jahrhunderts sorgten sich die Eifeler bei harter Arbeit um das Wohl ihrer Familie und darum, den Hunger von Mensch und Vieh tagtäglich stillen zu können. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit lag der der älteste Musikverein des Kreises Aachen in der Wiege…“

Harry Schaeps, niederländischer Vollblutmusiker und Musikpädagoge, ist Dirigent der Eifelklänge. Sein Leitspruch: „Musik ist etwas Natürliches, daher soll sich jeder Musizierende beim Spielen wohlfühlen.“ Stabführer Schaeps aus Kerkrade leitet ein Orchester, „das einen vom Publikum wie von Fachleuten anerkannten Platz in der oberen Mittelstufe für Blasmusiker erspielt hat“, urteilen die Festschrift - Autoren. Die Eifelklänge können  sich demnach auf eine gut ausgebildete und hoch motivierte Formation von mehr als 60 Aktiven stützen. „Jeder Zweite von ihnen“, so der Ausrichter nicht ohne Stolz, „ist jünger als 25 Jahre.“

Den Verantwortlichen der weithin bekannten und beliebten Blaskapelle komme es in ihrem künstlerischen Schaffen wie sozialen Engagement darauf an, „die ideale Verbindung zwischen Tradition und Innovation herzustellen“. So gehörten klassische Märsche und Polkas ebenso zum einstudierten Repertoire wie moderne Arrangements, Potpourris oder Werke der Filmmusik. Ganz gleich, ob kirchliche oder weltliche Feste im Heimatort wie  auswärts nach Noten und Melodien mit zu gestalten seien, ob Festzüge oder Karnevalsbälle begleitet würden – die Eifelklänge seien stets mit Herzblut bei der Sache und für die Nordeifeler Bevölkerung gern  spielbereit.

Schon beim Einzug der Delegationen Nordeifeler  Musikgruppen in die Tenne erwiesen sich die Eifelklänge“ als gute Gastgeber. Sie empfingen die Teilnehmer/innen mit zwei „Paten“  und geleiteten sie unter klingendem Spiel  - von getragenen Volksweisen und temperamentvollen Stücken bis hin zum schmetternden Fanfarenstoß - zu den eilig erweiterten Sitzplätzen. Dann erläuterte Moderator Rüdiger Jansen  den inzwischen 350 anwesenden „marschierenden Musikanten“ und deren erwartungsfrohem Publikum die Marathon – Spielregeln: „Aber zuerst trinkt ihr ´mal in Ruhe euer Bier!“ Eine blinkende Rundumleuchte, so der Sprecher, wandere von Orchester zu Orchester. Dessen Angehörige spielen so lange, bis das Licht vor ihnen erlischt und plötzlich vor einem anderen  Konkurrenten in Hab – acht – Stellung flackert. Der Wechsel muss blitzschnell passieren. Ist die Lampe schikanös just zwischen zwei  Bläserensembles postiert, müssen beide prompt mit dem Spiel beginnen und  mit gleichzeitigem Einsatz  harmonische Musikanten - Kameradschaft  demonstrieren.  Optimaler  Gleichklang  war das Gebot der Sekunde, entsprechend umtriebig das fröhliche Bienenkorb – Gewusel in der Halle!  Zum guten Schluss der lustigen Parade  hatte das „hochverehrte Publikum“ nur einen Wunsch an die Ausrichter: „Lasst bis zum nächsten Musik - Marathon nicht wieder zehn Jahre vergehen!“ (M. S.)

Bilder finden Sie unter : http://www.eifelklaenge-eicherscheid.de/index.php?id=77