160 Jahre „Eifelklänge Eicherscheid“: Musikverein ehrt Mitglieder

Eicherscheid. Mit einer farbenprächtigen Gala im Rahmen des Musikfestes der Städteregion Aachen, verbunden mit dem Stiftungsfest anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Musikvereinigung „Eifelklänge Eicherscheid“, setzte das ausrichtende Golddorf–Blasorchester mit zahlreichen Gästen aus Nah und Fern sein dreitägiges Jubiläumsprogramm fort.

In der zu zwei Dritteln besetzten Festhalle „Tenne“ hieß „Eifelklänge“–Vorsitzender Jochen Jansen Samstagabend die Gäste willkommen, allen voran die Ehrenmitglieder Herbert Nießen und Klaus Stollenwerk sowie den Schirmherrn der Veranstaltung, den stellvertretenden Städteregionsrat Hans–Josef Hilsenbeck.

Die musikalische Einstimmung besorgte das Trio „Musik de Luxe“.Die Coverband präsentierte im Welthitklassiker.

Botschafter der Eifel

Laudator Hans–Josef Hilsenbeck gratulierte im Namen der Städteregion zum Vereinsgeburtstag: „Die Eifelklänge sind dafür bekannt, meisterhaft Feste aus gebotenem Anlass zu gestalten. Der gestrige Musikmarathon unterstrich diese gesellschaftlich bedeutsame Tugend einmal mehr. Eicherscheids Blasmusikanten genießen einen ausgezeichneten Ruf, und das weit über den Altkreis Monschau hinaus.“

Hilsenbeck zollte den gastgebenden Kulturschaffenden Dank und Anerkennung: „Ihr habt mit Eurer guten Sache unsere Jugend gewonnen, mit gelungenen Auftritten zeigt Ihr, dass Probenfleiß und beständige Freude an der arbeitsintensiven Sache Musik sich für uns alle auszahlen, die Eifelklänge sind wahre Eifelbotschafter.“

Simmeraths Bürgermeister Karl–Heinz Hermanns überbrachte den Gastgebern Gruß und Glückwunsch von Rat und Verwaltung: „Das Eicherscheider Blasorchester spielt auf hohem Niveau und erreicht mit überdurchschnittlichen Leistungen eine herausragende Stellung in unserer Region!“

„Die Eifelklänge sind eine wohltuende Bereicherung für unser Dorfleben“, sagte Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheidt.

Den Höhepunkt des Programms stellten Ehrungen langjährig aktiver und verdienter Vereinsmitglieder dar. Werner Wamser aus Hellenthal, Kreisvorsitzender des Volksmusikerbundes, nahm die Auszeichnungen mit Urkunden und Ehrennadeln in Edelmetall in mehreren Blöcken vor. Das Zeremoniell des Funktionsträgers wurde von Gags, Kabarett, Comedy und atemberaubender Akrobatik umrahmt.

Elvis und Heino

Eine deftige Büttenrede in „echt kölsche Tön´“ brachte dem Auditorium im Hochsommer bereits einen Vorgeschmack auf die Karnevalssession. „Mr. Tomm“, Parodist, Imitator prominenter Künstler wie Elvis oder Heino, zeigte sich in blitzartig wechselnden Rollen als gewiefter Verwandlungskünstler. „Doc Shredder“, mit scheinbar elastischen Beinen, verblüffte als Magier im fingerfertigen Umgang mit Schere und Papierobjekten. Dustin Waree demonstrierte auf dem Einrad und engstem Bühnenraum unglaubliche Artistik. Schnell hatte er im Publikum den respektvollen Namen „Gummimann“ weg.

Nicht minder Begeisterungsstürme in den Zuschauerrängen entfachend: Die „Doll´s Companie“, eine Zweimannshow, der Augsburger Puppenkiste nachempfunden. Freilich im Vergleich sind die schwäbischen Marionettenstücke brave Kindergeschichten. Die zum Festabend erzählte Geschichte der krawalligen Strippenzieher geriet zur wilden Stepperei mit Bodenübungen, dass die Fetzen flogen. Den Tennen–Besuchern gefiel der Klamauk von „Oma und Opa“, zumal dem Beobachter auf den ersten Blick die enorme physische und gymnastische Leistung der Tänzer deutlich wurde.

Den Schlusspunkt der recht vergnüglichen Darbietungen mit hohem Unterhaltungswert setzte der „kölsche Jong“, Ralf Kuhn. Er stieg als „Ne Uusjeflippte“ in die Bütt und plauderte mit rheinischem Humor und oft zotig aus seinem häuslichen Nähkästchen.

„Niederländischer Eifeler“

Dann wurde es wieder ernst und familiär. Fast 60 Männer und Frauen waren für ihren Einsatz und Treue zu den Eifelklängen auszuzeichnen; insgesamt 890 Mitgliedsjahre standen mit ihnen auf der Bühne. Auf je zehnjährige aktive Tätigkeit blicken zurück: Benedikt und Matthias Baumgarten, Andre, Hannah, Katrin, Lars, Marko, Mirko, Pascal Förster, Gabriel und Sophia Gostek, Nadine und Vanessa Hensen, Annika Huppertz, Enrico, Maik und Niclas Jansen, Theresa Knein, Jens Maaßen, Dario Majewski, Amyn Nachite, Hannah und Sarah Nießen, Michael Offermann, Leon Scheidt, Maik Schmidt, Helen Schütt, Jana Siebertz, Janis und Mira Weishaupt. Für 20-jährige Zugehörigkeit wurden Birgit Dreesbach, Thomas Förster und Rüdiger Jansen mit Silber dekoriert.

25 Jahre sind die Silberjubilare Markus Bertram, Diana Frantzen, Frank, Jochen und Thomas Jansen, Jenny Kell, Ellen Offermann und Wolfgang Wischrath Eifelklang–Aktivposten. Auf drei Jahrzehnte Blasmusikantenstatus schauen Monika Förster, Bernd Maaßen, Rolf Nießen und Wolfgang Sobek. 40 Jahre lang Volksmusikanten-Uniform tragen Rolf Baumgarten, Frank und Hubert Förster, Klaus–Dieter Kaulard.

Eine außergewöhnliche Würdigung seiner ehrenamtlichen Musikerkarriere erfuhr Jozef Cremers. Der vom Eifelkänge–Vorstand anerkennend als „niederländischer Eifeler“ Bezeichnete, ist seit sechs Jahrzehnten als Vollblutmusiker im Einsatz und damit längst Goldjubilar in Eifelklänge–Grün. Cremers: „Ich fühlte mich all die Jahre in Konzen und Eicherscheid wohl und von den einheimischen Mitbürgern jederzeit freundlich aufgenommen und integriert!“

Die Dirigentennadel für 15-jähriges Wirken trägt Jochen Jansen nun am Revers, dem Vorsitzenden und seinem Vereinskameraden Wolfgang Wischrath wurde zugleich die silberne Verdienstmedaille verliehen. Bei Frank Förster durfte es zum Gold für seine vollendeten 30 Jahre auch noch ein Diamant sein, Rolf Baumgarten verweist sogar auf vier Jahrzehnte Einsatz.

Dirigent Harry Schaeps, vor neun Jahren aus Niederländich–Limburg in die Nordeifel verpflichtet, erfuhr seitens seiner Orchester–Angehörigen eine besondere Würdigung seiner bislang erbrachten Leistungen und mit der Formation erzielten Erfolge.

Zum Schlussakkord, ehe die Versammelten zu den Rhythmen von „Music de Luxe“ manch munteres Tänzchen wagten, krönte im mit üppigen Sommergestecken dekorierten Saal ein weiterer Höhepunkt den offiziellen Jubiläumsakt. Rudi Jansen, seit 1963 unentbehrliches Mitglied der Eifelklänge, machte sich ab 1982 um den Aufbau systematischer Jugendarbeit des Orchesters verdient.

Er verpflichtete seither 35 Lehrer und Musikpädagogen, diese verhalfen bis heute 230 Schüler/innen aller Register zu einer exzellenten Musikausbildung. Rudi Jansen wurde deshalb nun zum Ehrenmitglied ernannt. (M.S.)

Bilder finden Sie unter: http://www.eifelklaenge-eicherscheid.de/index.php?id=77